Minimalismus kann neben Teilen der Architektur, Musik und Kunst auch die Lebensart für ein einfaches, unkompliziertes Leben bezeichnen. Dabei steht die Befreiung der eigenen Persönlichkeit im Vordergrund. Es geht um neue Visionen und darum, sich auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu konzentrieren. Die Minimalisten lösen sich von Alltagszwängen und Konsumgütern, die eine innere Unzufriedenheit hervorrufen. Nur so kann der Weg zu einem selbstbestimmteren Ich gefunden werden.

Minimalismus ist der Wunsch nach Mehr –
der Wunsch nach einem tieferen Bewusstsein.

Minimalismus wird dabei nicht an der Anzahl der eigenen Besitztümer definiert. Vielmehr geht es bei einem minimalistischen Lebensstil um die Veränderung des eigenen Lebens und die subjektiv erlebte Lebensqualität

Mehr Zeit und Raum schaffen

Im Fokus des simple living stehen Begriffe wie Ordnung, Übersicht und Klarheit. Es wird eine unkomplizierte, auf sich und das eigene Umfeld bezogene Lebensweise angestrebt. Damit grenzt sich die Bewegung klar zum Materialismus und dem damit verbundenen Konsumzwang ab. Im Vordergrund stehen Sinnhaftigkeit und Nutzen, die als Grundlage für ein gezieltes Kaufverhalten dienen. Minimalisten unterscheiden dabei zwischen Begehren und Notwendigkeit. Das betrifft Bereiche wie Ernährung und Handwerk, aber auch Bekleidung und Wohnstil. So werden auch hier klare, unkomplizierte Formen und Strukturen bevorzugt. Auf Dekorationselemente wird weitestgehend verzichtet.

Geht man zurück in die Geschichte, findet man schon in der frühen Antike grundlegende Züge des Minimalismus. So findet sich der minimalistische Ansatz in frühen Werken des griechischen Philosoph Platon. Auch in einigen Religionen wie dem Hinduismus oder Buddhismus findet sich die Einfachheit als erstrebenswertes Ziel wieder. In Deutschland gilt der Philosoph Friedrich Nietzsche als früher Vertreter des Minimalismus. Nietzsche glaubte an die Steigerung der spirituellen Kräfte des Menschen, die er selbst durch die strikte Ablehnung damaligen Materialismus zu erlangen versuchte. Das gezielte Handeln gegen den autoritären Druck der Gesellschaft zeigt sich zunächst in der Wandervogelbewegung, später vertreten die Anhänger der 1960er-Bewegung die Ansicht einer befreiten Persönlichkeit.
In den USA wird heute der Ausdruck voluntary simplicity als Synonym für ein einfaches, ausgewogenes Leben verwendet. Geprägt wurde der Ausdruck 1981 von dem amerikanischen Sozialwissenschaftler Duane Elgin, der damit eine Abgrenzung zum konsumorientierten American way of life bezeichnete.

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