Wie wir die Krise (gemeinsam) meistern können

Heute, am 20. März 2020, gibt es in Deutschland 15.240 bestätigte Fälle, die sich mit dem neuartigen Coronavirus disease (Covid-19) infiziert haben.¹ Anfang der Woche ließ die Regierung alle Geschäfte schließen – mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Apotheken. Veranstaltungen werden reihenweise abgesagt; Bars, Clubs, Kinos und Fitnessstudios bleiben ebenfalls geschlossen. Das öffentliche Leben scheint still zu stehen. Warum wir aus der Situation auch etwas Positives ziehen können, erklären wir hier.

Die Corona-Krise als Chance?

 

Eine Zeit der Ungewissheit, der Unsicherheit und Unruhe. Das beschreibt nicht nur Krisen im Allgemeinen, sondern auch die, in der wir uns gerade befinden. Die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos. Eine Krise muss nicht immer bedeuten, den Kopf in den Sand zu stecken – auch wenn das in Anbetracht der stündlich wechselnden Schlagzeilen und leeren Innenstädte naheliegend scheint. Krisenzeiten verlangen Optimismus und Weitsicht. Um den Weg aus der Krise zu meistern und in Zukunft noch besser gerüstet zu sein. Sicher können wir uns nicht auf jedes Szenario einstellen. Wie auch. Aber wir können daran arbeiten, uns privat, beruflich und gesellschaftlich besser aufzustellen. Was dabei hilft, sind Struktur und Ordnung. Ordnung ist ohnehin das halbe Leben, in Krisenzeiten aber umso essentieller, um den Überblick nicht zu verlieren. Eine feste Struktur gibt obendrein Orientierung und Halt – zwei Dinge, die nicht nur wir momentan gut gebrauchen könnten. Auch Unternehmen müssen neue Möglichkeiten finden, damit ein Weiterkommen mit ihren Mitarbeitern*innen realisiert werden kann. Gerade jetzt ist die Loyalität der Angestellten das wichtigste Gut eines Unternehmens – um die Krise gemeinsam zu bewältigen und motiviert in die Zukunft zu blicken. Sich online weiterbilden, die Ordnerstruktur optimieren, vorhandene Fähigkeiten über YouTube-Tutorials verbessern, ein branchenspezifisches Buch lesen. Für Mitarbeiter*innen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um das Unternehmen zu stärken. Wir müssen sie nur nutzen.

❞ Nie war es so wichtig, gemeinsam allein zu sein. Um auf alle aufzupassen. ❝

— ZEIT Magazin / N° 13

Selbstisolation: Sozialer Stillstand

 

Denn seien wir doch ehrlich: Die größte Gefahr, die im Home Office auf uns lauert, ist die Couch. Und der Smart TV davor. Beides wird die Situation nicht verbessern, uns allenfalls nur dazu bringen, irgendwann den Verstand zu verlieren. Auch wenn Behörden und Expert*innen zu Selbstisolation aufrufen: Wenn es darum geht, nicht in Einsamkeit zu verkümmern, haben soziale Kontakte eine Schlüsselfunktion. Die Corona-Krise wird häufig mit der Spanischen Grippe verglichen, die Anfang des 20. Jahrhunderts ganz Europa still legte. Ein entscheidender Unterschied wird dabei jedoch außer Acht gelassen: Die Symptome mögen zwar ähnlich sein, doch die Zeit ist eine Andere. Der Optimist in uns mag nun dazu tendieren, darin das Gute der Krise zu suchen. In den Möglichkeiten, sich von der Couch aus zu vernetzen, aus dem Home Office und an sich selbst zu arbeiten. Und es stimmt. So tragisch, surreal und beängstigend die Lage sein mag, der Zeitpunkt hätte wohl schlimmer sein können. Verstehen Sie uns nicht falsch, auch wir sehen uns durch die Situation großen Herausforderungen ausgesetzt. Auch wir müssen uns einschränken, Rückschläge hinnehmen. Doch versuchen wir gleichzeitig neue Wege für uns zu entdecken, um wenigstens etwas Normalität in unseren Alltag zu bringen. 

 

Video-Calls via FaceTime oder WhatsApp, Business-Meetings via Microsoft Teams oder Skype, Online-Workshops oder -Workouts – die technologische Entwicklung gibt uns allerlei Möglichkeiten, auch ohne physische Anwesenheit in Kontakt zu bleiben, neue Ideen zu erschaffen und uns selbst weiterzuentwickeln. Mit dem Ziel, die Situation nicht nur negativ zu betrachten.

Normalität in Ausnahmesituationen

 

“Nie war es so wichtig, gemeinsam allein zu sein” steht auf dem Titel der neuesten Ausgabe des ZEITMagazins. Ein weiterer “guter” Aspekt der aktuellen Krise: Sie betrifft uns alle. Von jung bis alt sind wir alle gleichermaßen gezwungen, uns und unsere Gewohnheiten einzuschränken, gemeinsam auf uns alle aufzupassen und Rücksicht zu nehmen. Wie lang der Zustand anhalten wird? Das steht momentan in den Sternen. Statt im Home Office also den ganzen Tag in Schlafkleidung zu verbringen, stellen wir uns den Wecker, ziehen uns an, als ob wir gleich einen Termin wahrnehmen müssten und setzen uns an den Schreibtisch. Wie gewöhnlich. Statt Lebensmittel zu “hamstern”, legen wir im Supermarkt nur das Notwendige auf das Band. Und statt unseren Nachmittag in einem der Cafés in der Gegend zu verbringen, trinken wir unseren Kaffee zu Hause und unterstützen unser Lieblingscafé mit dem Kauf eines Gutscheins. Damit sorgen wir nicht nur für Stabilität im Alltag, sondern auch ein wenig in Wirtschaft und Gesellschaft. Nur wenn wir gemeinsam daran arbeiten, neue Wege und Lösungen zu finden, können wir die Krise meistern. Als Gemeinschaft.

¹ https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-03/coronavirus-deutschland-infektionen-faelle-verbreitung-epidemie-karte

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