Wie das Schaltjahr unsere Kalender in Takt hält

 

Morgen ist der 29. Februar 2020. Ein Tag wie jeder andere, könnte man meinen. Nicht ganz. In unserem Kalendersystem gibt es den 29. Februar nur alle vier Jahre – in einem Schaltjahr. Was es damit auf sich hat und warum es überhaupt Schaltjahre gibt, erklären wir hier.

Die Bedeutung des Schaltjahres

 

Knapp fünf Millionen Menschen weltweit und 55.000 Menschen in Deutschland dürften sich besonders über das Schaltjahr 2020 freuen: Sie haben am 29. Februar Geburtstag – und müssen sich nicht entscheiden, ob sie lieber am 28. Februar oder am 1. März feiern möchten. Im Gegensatz zu “normalen” Kalenderjahren hat ein Schaltjahr einen Tag mehr; das heißt, statt 365 stehen 366 Tage im Kalender. Der zusätzliche Tag wird alle vier Jahre im kürzesten Monat Februar “zugeschalten”, im Fachjargon wird das Einschalten eines zusätzlichen Tages oder Monats auch als Interkalation bezeichnet. Warum das Schaltjahr einen Tag mehr hat? Der gregorianische Kalender, nach dem sich unser Kalendersystem richtet, orientiert sich am Umlauf der Sonne. Ein Jahr ist vergangen, wenn die Erde die Sonne einmal vollständig umkreist hat. Dafür braucht die Erde nicht genau 365 Tage, sondern 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden – also knapp sechs Stunden länger als ein “normales” Kalenderjahr.

Der gregorianische Kalender, nach dem sich unser Kalendersystem richtet, orientiert sich am Umlauf der Sonne. Ein Jahr ist vergangen, wenn die Erde die Sonne einmal vollständig umkreist hat. 

Kurz erklärt: Die Geschichte des Schaltjahres

 

Vor mehr als 2000 Jahren ordnete Julius Caesar eine Reform des römischen Kalenders an, nach der jeder vierte Februar einen zusätzlichen Tag bekommen sollte. Bis dato hatten die 12 Monate eines Jahres nur 355 Tage ergeben, ein volles Jahr dauert jedoch – wie wir bereits wissen – 365 1/4 Tage. Auch der Jahreswechsel erfolgte bis zu Caesars Kalenderreform nicht im Januar, sondern erst im März. Als letzter Monat im Kalender blieben für den Februar nur 28 Tage übrig – darum ist er bis heute der kürzeste Monat des Jahres. Nach der Einführung des julianischen Kalenders beinhaltete das Kalenderjahr nun volle 365 Tage. Der übrige viertel Tag sollte mit einem zusätzlichen Tag im Februar alle vier Jahre ausgeglichen werden. Soweit, so gut. Im Laufe der Jahrhunderte geriet der Kalender jedoch erneut aus dem Takt: 1582 lag eine Differenz von zehn Tagen zwischen dem Kalender- und dem Sonnenjahr vor. Das Problem: Wenn jedes vierte Jahr ein Schaltjahr ist, beträgt die durchschnittliche Länge eines Jahres 365,25 Tage. Das kommt dem Sonnenjahr mit 365,24 Tagen zwar schon sehr nah, ist aber dennoch nicht exakt. Papst Gregor XIII. erkannte den Fehler und richtete mit der Einführung des gregorianischen Kalenders ein neues Konzept ein, nach dem in 400 Jahren drei Schalttage entfallen. Damit wurde das Kalenderjahr bis auf etwa eine halbe Minute an das Sonnenjahr angepasst. 

Und wann folgt das nächste Schaltjahr?

 

Schaltjahr oder kein Schaltjahr? Mit einer einfachen Formel können wir auch ohne Kalender feststellen, ob es sich um ein Schaltjahr oder ein gewöhnliches “Gemeinjahr” handelt:

 

      1. Ein Schaltjahr muss durch 4 teilbar sein.
      2. Ein Schaltjahr ist nicht durch 100 teilbar, außer…
      3. … das Jahr lässt sich durch 400 teilen. Dann handelt es sich nämlich trotzdem um ein Schaltjahr.

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