Internationaler Tag des Lächelns

Am 4. Oktober feiern wir den internationalen Tag des Lächelns. Wir haben den besonderen Tag genutzt und ein paar Fakten über den charakteristischen Gesichtsausdruck des Lächelns zusammengetragen.

Kulturen des Lächelns

Wir alle lächeln. Mal mehr, mal weniger. Mal intensiver, mal eher verhalten. Wann und wie wir lächeln, ist von Kultur zu Kultur verschieden. Während Emotionen in einigen Ländern eher selten gezeigt werden, gehört es in anderen Regionen zu den unausgesprochenen Regeln, auch Unbekannten ein Lächeln zu schenken. Forscher der Universität Wisconsin begründen das Phänomen des sozialen Lächelns mit der unterschiedlichen Zusammensetzung einer Bevölkerung: Denn um sich in einer sehr heterogenen Bevölkerung, die über viele Jahre hinweg bunt zusammengewürfelt wurde, verständigen zu können, reichen minimale Mimiken nicht immer aus. In Ländern mit hohen sprachlichen und kulturellen Unterschieden stellten die Forscher so eher eine “Kultur des Lächelns” fest als bei einer homogen zusammengesetzten Bevölkerung. Besonders in Kanada, Neuseeland und den USA bringen die Einwohner ihre Gefühle und Absichten mit Hilfe von Mimik und Gestik möglichst unmissverständlich zum Ausdruck. „Wenn Fremde erstmals aufeinandertreffen, sagt die Präsenz eines Lächelns zuverlässig voraus, dass man sich vertraut und bereit ist, Ressourcen zu teilen“, erklärt Paula Niedenthal aus dem Forschungsteam der Universität Wisconsin.1 Ein freundlicher Gesichtsausdruck suggeriert Fremden so Vertrauenswürdigkeit und Akzeptanz, knüpft und stärkt Bindungen oder wird als Belohnung eingesetzt. Auch auf beruflicher Ebene kann ein Lächeln – je nachdem wann und wie es eingesetzt wird – Hierarchien demonstrieren oder aufheben. 

Während Emotionen in einigen Ländern eher selten gezeigt werden, gehört es in anderen Regionen zu den unausgesprochenen Regeln, auch Unbekannten ein Lächeln zu schenken.

Angeborenes Glück 

Das soziale Lächeln gilt als einer der bedeutendsten Meilensteine in der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Schon mit ein paar Monaten scheinen Babys die Kunst, den richtigen Zeitpunkt für ein freundliches Lächeln zu wählen, nahezu perfekt zu beherrschen. Im Gegensatz zu einem bewussten Einsatz der Mund- und Augenringmuskulatur im Erwachsenenalter, beginnt sich der charakteristische Gesichtsausdruck eines Lächelns unabhängig von der kulturellen Verankerung schon von Geburt an zu formen. Obwohl Neugeborene ihr Gesicht im Schlaf oft zu einer Art „Engelslächeln“ – wie der erste Anflug eines Lächelns im Volksmund genannt wird – verziehen, ist das menschliche Gehirn erst mit vier bis acht Wochen wirklich reif, um andere bewusst anzulächeln. Aus neurobiologischer Sicht lässt sich das Phänomen damit erklären, dass die Nervenzellen, die die tief im Gehirn liegenden Basalganglien vernetzen, mit einer Myelinschicht ummantelt werden. Erst durch die Ummantelung sind die Strukturen unterhalb der Großhirnrinde, die für die Steuerung jeder willkürlichen Bewegung verantwortlich sind, voll funktionsfähig. 

Mit vier bis acht Wochen fangen Babys an, andere bewusst anzulächeln

Echtes oder aufgesetztes Lächeln?

Von vielen geliebt, von anderen durch gezielte Eingriffe bewusst bekämpft: Die Rede ist von den kleinen Lachfältchen rund um unsere Augen. Seit der französische Physiologe Guillaume Benjamin Duchenne die Muskelgruppe um das Auge im 19. Jahrhundert als „Muskel der Freude“ bezeichnete, gelten Fältchen um die Augen oft als Anzeichen für ein ernst gemeintes, “echtes” Lächeln. Das ist längst widerlegt. Denn ob die Augenmuskulatur beteiligt ist oder nicht, lässt zwar Rückschlüsse auf die Intensität des Lächelns zu, gibt aber keine Auskunft über die “Echtheit”. Wenn wir genauer hinschauen, können wir trotzdem erkennen, ob sich eine Person tatsächlich freut – oder ob das Lächeln aufgesetzt ist. Ein spontanes, also auch wirklich echtes Lächeln baut sich meist langsam auf und klingt auch sanfter wieder ab. 

Übrigens: Nicht nur Lachen, auch ein authentisches und ehrliches Lächeln kann ansteckend sein. Ein Grund mehr also, es anderen Kulturen gleichzutun und auch einem unbekannten Gegenüber ein kleines aber dafür bewusstes Lächeln zu schenken. ❝

Übrigens: Nicht nur Lachen, auch ein authentisches und ehrliches Lächeln kann ansteckend sein. Ein Grund mehr also, es anderen Kulturen gleichzutun und auch einem unbekannten Gegenüber ein kleines aber dafür bewusstes Lächeln zu schenken.
1 https://www.tagesspiegel.de/wissen/psychologie-das-echte-und-das-aufgesetzte-laecheln/12432058-2.html

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