Direktes Licht vs indirektes Licht: Welche Lichtart eignet sich wofür?

Das Konzept der Lichtplanung zielt auf individuelle Beleuchtungssysteme ab, die sich an der anspruchsvollsten Aufgabe im Raum orientieren: Den Raum mit der passenden Lichtqualität auszustatten. Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche Beleuchtung die Gegebenheiten des Raumes am besten unterstützt. Wir erklären den Unterschied zwischen den verschiedenen Lichtarten, warum direktes Licht eine hohe Energieeffizienz aufweist und indirektes Licht das Auge schont.

Wann nutze ich direktes Licht?

Wie der Name schon verrät, geht es bei der direkten Beleuchtung um einen geraden Lichteinfall. Das Licht wird dabei, meist von der Decke aus, in einem kleinen Abstrahlwinkel von 10° bis 60° gebündelt und direkt in den Raum oder auf die Nutzfläche gelenkt. Auf direktes Licht wird immer dann zurückgegriffen, wenn Details in den Fokus gerückt werden sollen: Das direkte Richtungslicht hat einen schmalen Abstrahlwinkel, schafft einen spannenden Kontrast aus Licht und Schatten und wird daher meist zur Akzentbeleuchtung eingesetzt. Eine Schreibtischleuchte dient so zum Beispiel dazu, die Arbeitsfläche mit ausreichend Licht zu versorgen. Eine gute Ausleuchtung der Küchenarbeitsfläche wird durch Richtstrahler oder Unterbodenleuchten erzeugt. Auch auf Messen, in Museen, Kunstgalerien und im Einzelhandel setzen Lichtplaner häufig auf eine gerichtetes Licht in Form von LED-Strahlern oder LED-Downlights, die einzelne Objekte in den Vordergrund stellen. Für optimale Arbeitsbedingungen in Büros muss die Beleuchtung an die Gegebenheiten des Umfelds angepasst werden. Störende Schatten über den Arbeitsflächen sollten dabei zwingend vermieden werden; bei flachen Winkeln ist außerdem eine Entblendung wichtig. Da die Decke so meist dunkel erscheint, entsteht im Raum ein sogenannter Höhleneffekt. Damit wird für die Arbeitsebene eine hohe Energieeffizienz geschaffen.

Wofür eignet sich indirektes Licht?

 

Auch hier lässt der Begriff erste Deutungsansätze zu: Von einer indirekten Beleuchtung sprechen wir, wenn Licht von den Wänden oder Decke so reflektiert wird, dass die Fläche indirekt mit Helligkeit erfüllt ist. Indirektes Licht ist für die allgemeine Grundbeleuchtung zuständig und wird normalerweise verwendet, um einen größeren Bereich zu beleuchten. Der größere Abstrahlwinkel sorgt dafür, dass das Licht gleichmäßig in verschiedene Richtungen abgestrahlt wird. Das Konzept kommt Ihnen bereits bekannt vor? Auch das Sonnenlicht, das großflächig durch ein Fenster scheint, ist eine indirekte Lichtquelle. 

Durch das gezielte Vermeiden von Schatten erzielen wir eine diffuse Lichtwirkung. Das bedeutet, es entsteht ein besonders „weiches“ Licht, das die Umgebung gleichmäßig erhellt und das Auge dadurch zur Ruhe kommen lässt. In Arbeitsumgebungen wie Büros, Schulen, Lager- oder Krankenhäusern sorgt indirektes Licht dafür, den Fokus und das Konzentrationsniveau den ganzen Tag über aufrecht zu erhalten. Dafür eignen sich dezente LED-Wand- oder Deckenleuchten sowie LED-Streifen, die in verschiedenen Farben für einen individuellen Lichtakzent im Raum sorgen können. Ein weiterer Vorteil der indirekten Beleuchtung: Der Raum gewinnt durch die kontrastarme Lichteinstrahlung an Höhe und Offenheit, wodurch sich die Raumgestaltung besser entfalten kann. Da indirektes Licht in der Regel nicht blendet, können Möbelstücke und Arbeitsplätze beliebig platziert und immer wieder verändert werden. Ein Nachteil der indirekten Beleuchtung liegt in der Energieeffizienz, die im Vergleich zur direkten Beleuchtung wesentlich niedriger ausfällt.

Im Gegensatz zu direkten Lichtquellen bietet indirektes Licht die Möglichkeit, die scharfen Kontraste von Licht und Schatten eines gerichteten Lichts zu umgehen.

Wann kommt die Indirekt-/Direkt-Beleuchtung zum Einsatz?

 

Die Mischform, die beide Lichtarten miteinander verbindet, gehört zu den wohl am häufigsten eingesetzten Beleuchtungskonzepten in Büros und an Arbeitsplätzen. Das Licht wird hier über abgehängte Deckenleuchten oder Stehleuchten sowohl direkt als auch indirekt über die Decke auf die Fläche gelenkt. Dadurch entsteht ein optimales Kontrastverhältnis und ein angenehmer Raumeindruck, der weder unangenehm hell noch zu dunkel erscheint. Bei einem Anteil von mindestens 60 Prozent indirekter Beleuchtung lassen sich die Komponenten im Raum individuell anordnen; das heißt, Arbeitsflächen können beliebig platziert werden. Die Kombination beider Lichtarten sorgt so für einen guten Kompromiss zwischen Energieeffizienz und Lichtqualität.

Und was verstehen wir unter einer milden Beleuchtung?

 

Direkt, indirekt, direkt/indirekt: Und was bedeutet nun mildes Licht? Ganz einfach: Mildes Licht bringt die Vorteile der Direkt-/Indirekt-Beleuchtung zusammen und vereint sie in einer flach an der Decke montierten Leuchte. Die blendfreie Beleuchtung ist schonend für das Auge und erzeugt einen tageslichtähnlichen Raumeindruck. Auch hier lassen sich Möbel und Arbeitsplätze individuell anordnen. Damit entsteht eine flexible und  elegante Lichtlösung, die Energieeffizienz und Lichtqualität auf die bestmögliche Weise zusammenbringt. 

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