Klimaschutzaktivisten oder Trendbewegung?

Am 20. August 2018 ging Greta Thunberg zum ersten Mal nicht in die Schule. Stattdessen saß die Schwedin drei Wochen lang täglich während der Unterrichtszeit vor dem Reichtagsgebäude in Stockholm. In der Hand hielt sie ein Schild mit der Aufschrift Skolstrejk för klimatet (schwedisch für Schulstreik für den Klimaschutz). Was die damals 15-Jährige da noch nicht wusste: Der von ihr initiierte Unterrichtsboykott sorgte dafür, dass sich weltweit immer mehr Gruppen zusammengeschlossen, die sich der Bewegung anschließen und für den Umweltschutz auf die Straße gehen wollten.

Was will die Fridays For Future Bewegung überhaupt?

Fridays For Future ist eine globale Bewegung junger Menschen, die genug davon haben, die Augen vor dem Klimawandel zu verschließen. Eine Bewegung einer Generation, die nicht nur für den Schutz der Umwelt, sondern auch für den der eigenen Zukunft kämpfen will. Fridays For Future will auf die klimapolitischen Missstände aufmerksam machen und die Politik dazu bringen, den Klimaschutz auf die Agenda zu setzen. Dabei bezieht sich die Protestbewegung auf das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2°C (mittlerweile sogar auf 1,5°C) begrenzt1. Um die menschengemachte Erderwärmung wirklich eingrenzen zu können, fordern die Klimaschutzaktivisten das Ende für den Abbau fossiler Brennstoffe, die Abschaffung von Subventionen für fossile Energieerzeugung, höhere Investitionen in erneuerbare Energien und den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs.

❞ Die Klimakrise stellt für die Stabilität der Ökosysteme unseres Planeten und für Millionen von Menschen eine existenzielle Bedrohung dar. Eine ungebremste Erderwärmung ist eine enorme Gefahr für Frieden und Wohlstand weltweit. ❝

— Fridays For Future 2

Die wichtigsten Ziele der FFFB in Deutschland 3 

  • Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2030
  • Vollständige Versorgung durch erneuerbare Energien bis 2035
  • Erreichen des Nettonulls in der Treibhausbilanz bis 2035

Forderungen bis Ende 2019

 

  • Abschalten eines Viertels aller Kohlekraftwerke
  • Einführung einer CO2-Steuer, durch die die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann

Klimaschutzbewegung mit Erfolgsaussichten?

Sich für die Umwelt einzusetzen, für den Tierschutz und gegen den Klimawandel zu protestieren, ist im Trend – keine Frage. Seit Ende 2018 gehen jeden Freitag tausende Schüler und Studenten auf die Straße, Woche um Woche werden es mehr Aktivisten, die eben für genau diese Themen einstehen. Am 15. März, dem ersten globalen Protesttag von Fridays For Future, soll es allein in Deutschland 220 Proteste mit knapp 300.000 Teilnehmern (weltweit sogar 1,7 Mio. Teilnehmern) gegeben haben4. Mittlerweile machen nicht mehr nur Schüler und Studierende auf das Klima aufmerksam: Auch Organisationen wie Parents for Future, Teachers for Future oder Scientists for Future beteiligen sich an den Protesten. Die Initiative „Entrepreneurs for Future“ besteht mittlerweile aus knapp tausend Unternehmen. Am zweiten offiziellen Protesttag, der in der vergangenen Woche und damit kurz vor der Europawahl stattfand, wurde in mehr als 280 deutschen Städten gestreikt5. Entwicklungen, die mehr als deutlich machen, dass es sich hier nicht nur um eine kurzweilige Protestaktion handelt. Zu Fridays for Future gehören Menschen, die langfristig etwas verändern wollen. Das ihnen das wenigstens zu kleinen Teilen gelingen kann, wird spätestens an den Zahlen der Europawahl in Deutschland deutlich. Nicht umsonst deklarierten die Grünen den Wahltag als Sunday For Future. Doch ob die Bewegung auch dauerhaft Erfolg haben kann? Das wird sich erst im Laufe des Jahres zeigen, wenn Forderungen tatsächlich umgesetzt werden konnten. Wir sind gespannt.

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