Mehr Wohlbefinden durch biologisch wirksames Licht

Beim Human Centric Lighting oder HCL steht der Mensch und sein Wohlbefinden im Mittelpunkt der Lichtplanung. Bei der Lichtplanung wird also bewusst darauf geachtet, dass sich der Mensch in seiner Umgebung wohlfühlt, dass er sich leichter orientieren kann und Angstzonen vermieden werden. Wie funktioniert das? Human Centric Lighting unterstützt den circadianen Rhythmus eines Menschen – im Volksmund auch als die innere Uhr bekannt – und versucht gezielt, den natürlichen Tageslichtverlauf mit verschiedenen Farbtemperaturen und Beleuchtungsstärken nachzustellen.

Was bedeutet biologisch wirksames Licht?

Über mehrere Millionen Jahre wurde aus dem Menschen ein Tageslichtwesen, das ebenso an das Tageslicht und dessen unterschiedlichen Wirkungen gewöhnt ist wie an den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Im Laufe der Zeit haben wir uns jedoch immer mehr zu einer globalen 24-Stunden-Gesellschaft entwickelt, deren alltägliches Leben scheinbar losgelöst von dem bisher gewohnten Tagesrhythmus stattfindet. Das ist nicht nur hinsichtlich eines gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus als bedenklich zu betrachten, sondern kann auch negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Psyche und unser Wohlbefinden haben. Um die biologische, emotionale und psychologische Wirkung des Lichtes auf unsere innere Uhr bestmöglich zu unterstützen, sollte sich künstliches Licht immer an Tageslicht orientieren und gezielt in den Tagesverlauf integriert werden. 

Im Laufe der Zeit haben wir uns zu einer globalen 24-Stunden-Gesellschaft entwickelt, deren alltägliches Leben scheinbar losgelöst von dem gewohnten Tagesrhythmus stattfindet. ❝

Wie funktioniert Human Centric Lighting?

 

Licht ist für den biologischen Rhythmus der wahrscheinlich stärkste und wirksamste Zeitgeber. Deshalb versucht Human Centric Lighting, den natürlichen Tageslichtverlauf mit verschiedenen Farbtemperaturen und Beleuchtungsstärken nachzustellen, um den chronischen Tageslichtmangel vieler Menschen und den damit verschobenen biologischen Rhythmus auszugleichen. Besonders helles Licht in den Mittagsstunden kann so z.B. einer Nachmittagsmüdigkeit vorbeugen, da weißes Licht mit einem erhöhten Blauanteil oder Licht mit hoher Farbtemperatur zu einer erhöhten Aufmerksamkeitsspanne führen kann. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Ganglienzellen in der Netzhaut des menschlichen Auges: Das Empfindlichkeitsmaximum für das darin enthaltene Hormon Melanopsin liegt bei einer Wellenlänge von 490 nm; das bedeutet, das Hormon wird bei einem blauen Lichteinfall besonders stark angeregt. Das hat zur Folge, dass die Ausschüttung von Melatonin – einem Hormon, das für Müdigkeit und Trägheit sorgt – unterdrückt wird. Die melanopische Lichtwirkung sorgt also für mehr Energie und eine höhere Konzentrationsfähigkeit. Das wirkt sich auch auf unseren Alltag aus: Am Arbeitsplatz können Müdigkeit und Trägheit so z.B. durch Licht mit einem höheren Blauanteil vermieden werden, während ein erholsamer Nachtschlaf durch entspannendes und gedämpftes Licht am Abend eingeleitet wird. Das Einschalten einer Badezimmerleuchte mit hohem Blauanteil kann dagegen zu einer künstlich herbeigeführten Wachphase und damit zu kurzzeitiger Schlaflosigkeit führen.

Welche Arten von HCL unterscheiden wir?

Human Centric Lighting als neuester Trend der Lichtindustrie? Nicht ganz. Das Human Centric Lighting-Prinzip wird schon seit über zehn Jahren für die Lichtplanung genutzt – damals noch überwiegend mit Leuchtstofflampen. Obwohl eine HCL-Lichtplanung also prinzipiell nicht nur mit LEDs realisiert werden kann, bringt die LED-Technologie ein paar entscheidende Vorteile: LEDs sind meist in verschiedenen Farbtemperaturen verfügbar und lassen sich durch einen meist sehr kompakten Bauraum nebeneinander in andere Leuchten integrieren. In der Anwendung von Human Centric Lighting unterscheiden wir dabei zwischen vier grundsätzlichen Einsatzmöglichkeiten:

Licht zum Erhalt der Gesundheit

Licht unterstützt den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus: Eine gezielte Beleuchtung kann sich durch die Änderung der Lichtfarbe und der Intensität positiv auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirken – ähnlich wie das Tageslicht.

Licht zur Aktivierung

Licht unterstützt die Aufmerksamkeit: Die aktivierende Wirkung – besonders von kälteren Lichtfarben – steigert die kognitive Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. 

Licht zur Erholung

Licht trägt zur Erholung und Entspannung bei: Durch die individuelle Anpassung der Farbe oder Intensität des Lichtes – beispielsweise durch wärmere Farben – kann das Wohlbefinden gesteigert werden. 

Licht zur Inszenierung

Beleuchtung setzt Akzente: Das Erschaffen unterschiedlicher Lichträume löst bestimmte Emotionen aus, die sich auf Gemütszustand und Stimmung auswirken. Das gezielte Inszenieren eines Objektes durch eine individuelle Lichtgestaltung kann so z.B. Begeisterung oder Wohlbefinden auslösen.

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