Siri, Alexa und Co – Wie wird künstliche Intelligenz unser Leben verändern?

Künstliche Intelligenz, ein weiterer Mythos unserer Zeit, ist so eine Sache: Einerseits faszinierend und bereichernd, andererseits bereitet die Tatsache, dass Computer und Maschinen von selbst lernen und ihr Verhalten an die menschlichen Vorgaben anpassen können auch ein etwas mulmiges Gefühl. Denn seien wir ehrlich: Die modernen Computersysteme werden immer besser und sind uns teilweise bereits überlegen – im Sommer 2019 besiegte ein Computer fünf professionelle Pokerspieler auf einmal. Im Schach, dem wohl populärsten Denksport, gehört das Duell zwischen Mensch und Maschine zu den Klassikern. Wie verändert künstliche Intelligenz also unser Leben? Und was wäre, wenn KI uns plötzlich überlegen ist?

Denkende Computer und Roboter: Was ist künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz steckt heutzutage in fast jeder Software, ist aber nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Bei KI (englisch Artificial Intelligence (AI)) geht es darum, die menschliche Wahrnehmung und das menschliche Handeln durch Maschinen nachzubilden. Ob ein denkender Computer oder ein autonomer Roboter – das Anwendungsfeld von KI hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebreitet. Was Anfang bis Mitte der 1950er als Wissenschaft der Computerprogrammierung in den USA begann, kann mittlerweile vielmehr als die Forschung über das menschliche Denken verstanden werden. Während Wissenschaftler zu Beginn noch auf den großen Durchbruch, auf einen allgemeinen Problemlöser sozusagen, hofften, ist das heutige Forschungsinteresse eher pragmatischer Natur: Letztlich geht es bei KI einzig und allein darum, die beste Lösung für ein konkretes Problem der Menschheit zu finden.

❞ Künstliche Intelligenz ist die Wissenschaft der Herstellung von Maschinen, die Dinge zu bewerkstelligen, die die Intelligenz von Männern benötigt. ❝

— Marvin Minsky, Gründungsvater der Künstlichen Intelligenz (1966)

Wo steckt künstliche Intelligenz drin?

Hauptsächlichen kommt künstliche Intelligenz daher in kleinen Teilbereichen wie in der Medizin, der Automobilindustrie oder bei Kinderspielzeugen wie Brett- und Computerspielen, Mini-Robotern oder Tamagotchis zum Einsatz. In der Medizin schafft KI so zum Beispiel neue Behandlungsmethoden, die z.B. der Früherkennung von Krankheiten oder dem Erstellen personalisierter Therapiemodelle dienen. Sogenannte Expertensysteme ermöglichen es, computertomographische Aufnahmen am Computerbildschirm in dreidimensionale Bilder umzusetzen. Damit haben Ärzte die Möglichkeit, sich ein genaues Bild von einer Körperpartie zu machen. Ob KI Systeme am Ende vielleicht sogar ein Ersatz für menschliche Ärzte sind?

Tatsächlich gibt es Studien, die behaupten, künstliche Intelligenz erkenne Krankheiten mittlerweile so gut wie ein Facharzt. Da viele der Studien aber Schwächen in der Datenmenge oder -aufbereitung zeigen, bleibt die Frage nach der tatsächlichen Kompetenz von KI in der Medizin noch immer ungewiss. Und trotzdem greift künstliche Intelligenz mittlerweile in viele Bereiche unseres Lebens ein. Smart Home Systeme wie Alexa und Siri bestimmen längst unseren Alltag, es gibt fußballspielende Roboter und auch das autonome Fahren wird zur Realität. Die rasante Entwicklung computergesteuerter Maschinen wirft immer mehr Fragen auf. Allen voran die Frage: Wachsen uns die Technologien unserer Zeit allmählich über den Kopf?

Wie intelligent ist künstliche Intelligenz wirklich? 

Es ist kaum möglich, eine selbstständig denkende Maschine zu erschaffen, ohne zuvor menschliches Denken erfasst und verstanden zu haben. Bei der Frage, wann eine Maschine nun als intelligent gilt, gerät die Forschung aber an ihre Grenzen. Der Turing-Test gilt als erster und bislang nahezu einziger Versuch, ein funktionierendes Messinstrument zu schaffen: Dabei kommuniziert eine Testperson über einen längeren Zeitraum gleichzeitig mit einem anderen Menschen und einer Maschine. Dabei hat die Testperson weder Sicht- noch Hörkontakt zu den Beteiligten (z.B. über ein Chat-Programm). Wenn die Testperson anschließend nicht eindeutig bestimmen kann, wer Mensch und wer Maschine ist, gilt der Test als bestanden und die Maschine als intelligent.

Der Haken: Seit 1991 hat keine Maschine den Test bestanden. Um nun also auf die Frage zurückzukommen, ob künstliche Intelligenz mindestens genauso gut ist wie der Mensch: In einigen Bereichen wie z.B. der Automobilindustrie, die viel durch Fließbandarbeit bestimmt wird, oder im Falle der Smart Home Technologien kann künstliche Intelligenz unser Leben sicherlich um einiges vereinfachen. Auch zukünftig werden sich durch künstliche Intelligenz neue Chancen ergeben, die unser Leben nachhaltig beeinflussen werden. Und trotzdem können oder wollen wir uns nicht vorstellen, dass Computer und Maschinen uns irgendwann völlig nutzlos erscheinen lassen. Denn obwohl der Mensch oftmals als bequem oder gar faul beschrieben wird, hat er einen mindestens genauso großen Selbsterhaltungstrieb. 

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