Eine Übung im Minimalismus

Wir kennen es alle. Das morgendliche Szenario; das alltägliche Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben. Dabei platzt der Kleiderschrank seit Monaten aus allen Nähten. Und auch, wenn wir uns dann für etwas entscheiden, sind wir mit unserer Wahl trotzdem nur selten voll und ganz zufrieden. Woher das Phänomen kommt? Wir wissen es nicht. Und noch weniger wissen wir, wie einige unter uns sich ganz elegant an dem Problem vorbei winden; die jeden Tag das gleiche Outfit tragen und damit immer unheimlich gut angezogen aussehen.

❞ Das Experiment funktioniert ganz nach dem Motto: Be more with less, also sei mehr mit weniger. ❝

Die gute Nachricht: Ein Licht am Ende des Tunnels – oder am Ende der Misere – scheint in Sicht. Die rettende Idee, wir auch wir das alltägliche Leiden gekonnt umgehen können, liefert uns die Amerikanerin Courtney Carver, die durch die Dokumentation Minimalism: A Documentary about the Important Things in Life bekannt wurde. Die Dokumentation bildet verschiedene Menschen ab, die mit möglichst wenigen Dingen leben – und trotzdem oder vielleicht sogar gerade deswegen umso glücklicher sind. Ganz nach dem Motto: Be more with less, also sei mehr mit weniger. Klingt irgendwie logisch, oder? Das Ziel des Projektes ist es, eine Art Detox des eigenen Kleiderschranks durchzuführen. Was dabei übrig bleibt, verrät uns der Name Dreiundreißig Drei: Am Ende soll eine Capsule Collection aus 33 ausgewählten Teilen entstehen, die in den nächsten drei Monaten getragen werden dürfen – und zwar ausschließlich. 

 

Während Ehering, Unterwäsche, Schlaf- und Sportsachen ausgenommen werden, gehören alle anderen Kleidungsstücke und Accessoires dazu. Das heißt, sowohl bei T-Shirts, Hemden und Jacken als auch bei Uhren und Gürteln sollen wir uns künftig einschränken. Die einzelnen Teile können dann Tag für Tag neu miteinander kombiniert und ausgetauscht werden. Die begrenzte Auswahl an gut durchdachten Stücken spart am Ende des Tages also viel Zeit und Energie. Nach drei Monaten darf dann eine neue Capsule Collection für die nächste Saison erstellt werden. Das Gute daran: Es handelt sich um ein Experiment, bei dem wir zwölf Wochen lang Zeit haben, uns auszutesten und ein neues Gefühl für unser Konsumverhalten zu entwickeln.

❞ Das Gute daran: Wir haben zwölf Wochen lang Zeit, ein neues Gefühl für unser Konsumverhalten zu entwickeln.

Bewusst kleiden

Wer sich noch an den Artikel zu Marie Kondo und ihrer speziellen Art, das eigene Hab und Gut zu minimieren, erinnert, wird einige Parallelen feststellen. Anders als bei der japanischen Autorin geht es hier aber weniger darum, sich auf dem schnellsten Weg von möglichst vielen Besitztümern zu trennen. Es geht vielmehr darum, sich mit einzelnen Stücken zu beschäftigen und ein Bewusstsein für Kleidungsstücke, für gute Passformen, Materialien und Qualität zu entwickeln. Was lässt sich gut kombinieren, worin fühlen wir uns wohl, welche Teile geben uns ein gutes Gefühl. Und sollten uns nicht genug Kleidungsstücke einfallen, lässt sich sicher auch unsere RIMA als Nummer 33 einsetzen. Als leuchtendes Accessoire sozusagen.

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