Norweger Architekturbüro baut das größte Holzhaus der Welt

 

„Wir möchten andere inspirieren, auf die gleiche Weise zu bauen“. Mit dem Mjøsa Tower entwarf das Team des norwegischen Architekturbüros Voll Arkitekter das größte nachhaltige Gebäude der Welt und zeigte damit, dass nachhaltige Architektur auch in großen Dimensionen funktioniert: Anders als konventionelle Wolkenkratzer besteht das 85 Meter hohe Gebäude im norwegischen Brumunddal vollständig aus Holz und wird damit zum Symbol für eine ökologische Bauweise.

© Metsä Wood / Voll Arkitekter

Nachhaltige Architektur trifft auf technologischen Fortschritt

 

Aus der Ferne wirkt der Mjøsa Tower nicht wirklich besonders; er erinnert eher an ein konventionelles Hochhaus. Wirklich eindrucksvoll erscheint das Gebäude erst beim näheren Betrachten: Sowohl die Struktur, also auch die Fassade bestehen vollständig aus Holz. Damit gelingt ein bedeutender Schritt in Richtung einer grüneren Zukunft des urbanen Raums. Die bislang beispiellose Holzstruktur des Mjøsa Towers bringt traditionelle Elemente der norwegischen Architektur mit moderner Technologie zusammen, die es ermöglicht, vorgefertigte Komponenten in kürzester Zeit zu einem nachhaltigen Gebäude zu vereinen. Während die Kombination aus Brettschichtholzstützen, Balken und diagonalen Elementen die tragende Struktur des Bauwerks bildet, werden die ersten zehn Stockwerke aus vorgefertigten Holzelementen gebildet. Das obere Stockwerk enthält Komponenten aus Beton, die als Stabilisator eingesetzt werden und ein Schwanken des Gebäudes verhindern sollen.

Die Holzstruktur des Mjøsa Towers bringt traditionelle Elemente der norwegischen Architektur mit moderner Technologie zusammen. ❝

Holz als nachhaltiges Baumaterial der Zukunft

Mit über 80 Metern löst der Mjøsa Tower das 53 Meter hohe Brock Commons Studentenwohnheim der Universität in British Columbia ab, das bislang als das größte Holzgebäude der Welt galt. Gegenüber Beton und Stahl hat Holz enorme Vorteile: Zum einen kann die Bauzeit von nachhaltiger Architektur durch die einfache Vorfertigung und das insgesamt wesentlich geringere Gewicht der Materialien etwa halbiert werden. Zum anderen, durchaus überraschenderweise, liegt einer der Vorteile von Holz als Werkstoff für Hochhäuser in der Fähigkeit, Bränden standzuhalten. Stahl würde im Brandfall so z.B. anfangen zu schmelzen, was den Einsturz des Gebäudes zur Folge hätte. Ein Holzgebäude kann mindestens zwei Stunden lang einem Vollbrand standhalten, ohne einzustürzen.

© Metsä Wood / Voll Arkitekter

Nachhaltige Architektur: Im Einklang mit der Natur

 

Seinen Namen verdankt das Gebäude dem größten See Norwegens, dem Mjøsa. An dessen Ufer gebaut, ermöglicht der Mjøsa Tower einen atemberaubenden Blick über das Wasser. Die Musterung, der mit Holzpaneelen verkleideten Fassade ist von der Bewegung des Wassers inspiriert und spiegelt die Lichttänze auf den Wellen der Wasseroberfläche wieder. Damit gelingt ein in sich schlüssiges nachhaltiges Gebäudekonzept, das von den Eigenschaften der Natur geprägt ist und sie in sich vereint.

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