Wie feiern andere Kulturen das Weihnachtsfest?

Noch vier Tage bis Weihnachten. Die meisten Geschenke sind besorgt, einige davon bereits verpackt. Überall herrscht allgemeine Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Die Zeit für die ersten Weihnachtsbräuche ist reif. Während die Einen beim sogenannten Weihnachtsschwimmen freiwillig frieren, sorgen die Anderen mit einem traditionellen Festtagsschmaus für innere Wärme. Ob Glückstruthahn, Weihnachtslotterie oder Donald Duck – wir zeigen die ungewöhnlichsten Weihnachtsbräuche aus Europa.

1 Frierende Iren

Während wir den Großteil der Weihnachtsfeiertage in Strickpullover und Wollsocken gekleidet verbringen, zeigen sich die Iren von Schnee und Kälte recht unbeeindruckt. Am Morgen des 25. Dezembers, der wie in England als eigentlicher Weihnachtstag gilt, findet in Irland das traditionelle Weihnachtsschwimmen statt. Ganz umsonst müssen die Iren allerdings nicht zittern: Das Spektakel wird für den guten Zweck veranstaltet. Wem das als Belohnung reicht, der darf sich wenigstens am anschließenden Aufwärmen erfreuen. Das passiert in der Regel mit einem heißen Whiskey-Punsch, der aus einem guten irischen Whiskey, Zitrone, braunem Zucker, Gewürznelken und heißem Wasser angerührt wird. Hmmmm lecker.

 

2 Glücks-Truthahn in England

Apropos England: Dort gibt es am Tag vor dem großen Fest einen kleinen Festtagsschmaus mit gefülltem Truthahn und flambiertem Pudding. Neben der Füllung aus Fleisch, Nüssen und Obst versteckt sich im Bauch des Truthahns auch eine Münze. Wer die Münze findet, darf sich ein ganz eigenes Weihnachtswunder wünschen. 

 

3 Skandinavische Ente

Die Skandinavier trotzen Kälte und Dunkelheit am liebsten mit ausgedehnten Mahlzeiten im Familienkreis. Hyggelig heißt der Fachbegriff, den man in Norwegen mit einem üppigen Mittagessen aus bis zu 38 Gängen gleichsetzt. Während in Norwegen der Entenbraten im Ofen schmort, haben die Schweden eher eine Vorliebe für die Trickfilmversion des quakenden Federviehs. Am Nachmittag des 24. Dezembers sitzen die Schweden traditionell auf der Couch und schauen gemeinsam Donald Duck, der seit der Erst­aus­strah­lung des Disney-Specials „From All of Us to All of You“ als einer der beliebtesten Weihnachtsbräuche der Schweden gilt. Übrigens: Die Geschenke bringt in Schweden nicht das Christkind, sondern der sogenannte Julbock. Wir wünschen den Schweden tierische Weihnachten.

4 Polnisches Weihnachtsorakel

Von sonderbaren Weihnachtsbräuchen aus Nordeuropa zum nachhaltigen Weihnachtsfest der Polen: Die polnische Festtafel besteht traditionell nämlich nur aus fleischlosen Gerichten. Insgesamt werden zwölf vegetarische Speisen aufgetischt, es muss also niemand Hunger leiden. In vielen Familien wird außerdem ein weiterer Platz gedeckt, falls sich ein unerwarteter Gast dazu gesellen mag. Etwas seltsam wird es dann aber doch: In Polen gibt es außerdem den Brauch, Stroh unter das Tischtuch zu legen. Jeder Gast muss einen Strohhalm auswählen und anschließend mit den Tischnachbarn vergleichen, wer den kürzesten und wer den längsten Strohhalm gezogen hat. Was die Spielerei soll: Die Länge des Strohhalms soll Auskunft über die Lebenserwartung der Person geben. Na dann, viel Glück.

 

 

5 Rumänische Verbundenheit

Das Weihnachtsessen in Rumänien wird ebenfalls ohne Fleisch aufgetischt. Statt zwölf Gerichten gibt es dort aber eine ungerade Anzahl an Speisen. Die Rumänen beweisen am heiligen Abend die Verbundenheit zur Familie: Die Reste des Weihnachtsessen werden über Nacht stehen gelassen, damit sich verstorbene Angehörige daran beteiligen können.

 

 

6 Lottoglück in Spanien

Der wohl beliebteste (und wichtigste) Brauch der Spanier: Die “Lotería de Navidad”. Wer die richtigen Glückszahlen in der ältesten und größten Lotterie hat, könnte am 22. Dezember mit “El Grodo” – dem dicken Hauptgewinn belohnt werden. So richtig sonderbar wird es in Katalonien. Dort gehört seit dem 17. Jahrhundert die Figur des „Caganers“ zum traditionellen Krippeninventar. Die hockende Gestalt kann im Deutschen mit “Scheißer” – entschuldigen Sie den Ausdruck – übersetzt werden, was nicht zuletzt an der heruntergelassenen Hose erkennbar wird. Früher war der Caganer ein Zeichen der Fruchtbarkeit der Natur, heute sorgt der übrig gebliebene Brauch vor allem bei Touristen für einen herzlichen Lacher. Hach, wie schön kann Weihnachten sein.

Weitere Impulse zu Lifestyle

Fact Friday: Mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Fact Friday: Mehr Nachhaltigkeit im Alltag

6 Plattformen für ein nachhaltigeres Leben   Klimakrise, Müllbelastung, Umweltverschmutzung. Das sind Themen, mit denen wir täglich konfrontiert werden. Wir sind uns also mehr als bewusst über den Zustand unserer Erde. Und genau da liegt das Problem:...

Fact Friday: Die Sache mit dem Schaltjahr

Fact Friday: Die Sache mit dem Schaltjahr

Wie das Schaltjahr unsere Kalender in Takt hält   Morgen ist der 29. Februar 2020. Ein Tag wie jeder andere, könnte man meinen. Nicht ganz. In unserem Kalendersystem gibt es den 29. Februar nur alle vier Jahre - in einem Schaltjahr. Was es damit auf...

Fact Friday: Warum wir regelmäßige Pausen brauchen

Fact Friday: Warum wir regelmäßige Pausen brauchen

Richtig Pause machen Pause machen kann so einfach sein. Glauben wir den Inhalten diverser Werbespots oder Lifestyle-Magazine, reicht ein Tasse Tee, um Körper und Geist so richtig zu entspannen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Zu hoch liegt der...

Pin It on Pinterest

Share This