Fliegen ist eine tolle Sache. Fliegen ist außerdem bequem und mittlerweile auch noch unschlagbar günstig. Das Problem? Fliegen ist gleichzeitig auch die umweltschädlichste Art, sich fortzubewegen. Der Grund dafür ist der enorme Treibstoffverbrauch der Flugzeuge: Bei einem Urlaubsflug nach Mallorca verursacht jeder Fluggast fast so große Klimaschäden wie durch ein Jahr Autofahren – und das obwohl Flugzeuge heute weniger Treibstoff verbrauchen als noch vor zehn Jahren. Ein Flug nach Teneriffa sorgt pro Fluggast sogar für eine fast doppelt so hohe Klimawirkung als bei einem Jahr Autofahren1. Aber was genau ist eigentlich so umweltschädlich daran, in ein Flugzeug zu steigen?

Flugreisen als Umweltsünden 

Wir legen wert auf den Umweltschutz, versuchen Plastikmüll zu vermeiden und Bioprodukte zu kaufen. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Fluggäste immer weiter – 2017 gab es einen Anstieg von sieben Prozent – auf 4,1 Milliarden. Bei den steigenden Zuwachsraten entwickelt sich der Flugverkehr immer mehr zur Umweltsünde. In einem Artikel der Süddeutsche Zeitung wurde das Fliegen sogar als das größte ökologische Verbrechen, das eine einzelne Personen anrichten kann2, beschrieben.

Auf Plastiktüten verzichten, Biogemüse kaufen – und dann doch wieder den Fernflug buchen: Wenn wir das Klima schützen wollen, müssen wir endlich anfangen, klug zu reisen.

Süddeutsche Zeitung

Die enorme Umweltbelastung entsteht aber nicht nur durch den Ausstoß von CO2. Beim Verbrennen von Kerosin werden klimaschädliche Abgase entwickelt, die überwiegend aus Wasserdampf, Kohlendioxid und Stickoxiden bestehen. In der Luft wirken diese Stoffe dreimal stärker als am Boden, was eine Vergrößerung des Treibhauseffektes zur Folge hat:

  • Unter der Sonneneinstrahlung bauen Stickoxide das sogenannte Ozon auf, das in Flughöhe als starkes Treibhausgas 3 wirkt.
  • Die aus den Kondensstreifen und Aerosolen (z.B. Ruß) entstehenden Cirruswolken heizen die Atmosphäre zusätzlich auf.
  • Die Summe der Effekte bewirkt letztlich zwei- bis fünfmal höhere Treibhausschäden, als durch die alleinige Wirkung des ausgestoßenen CO2 entstehen.

Klüger reisen mit Bus und Bahn 

In den oberen Abschnitten haben wir gezeigt, dass Fliegen für die Umwelt nicht gesund ist. Und damit haben wir auch schon einen ersten (einfachen) Schritt in die richtige Richtung gemacht: Bewusstsein zu schaffen. Denn wie viele Menschen wissen wirklich, was das Schädliche am Fliegen ist? Doch Bewusstsein alleine reicht leider nicht aus, um die Situation zu verbessern. Wir müssen Handeln – auch, wenn wir zunächst nur kleine Schritte machen können. Der zweite (verhältnismäßig einfache) Schritt: Kurzstrecken- und Zubringerflüge vermeiden und stattdessen auf den Bus- oder Bahnverkehr umsteigen. Gerade für Geschäftsleute, die oft quer durch Deutschland reisen, kann das auf Dauer zwar etwas zeitaufwändiger sein, ist aber wesentlich umweltfreundlicher. Im Vergleich zu einer Flugreise wird bei einer Reise mit Bus oder Bahn nämlich nur ein Drittel der Energie benötigt. Innerhalb Deutschlands verzichten wir daher mittlerweile ganz auf Flugreisen. Kurztrips ins Ausland – z.B. für Messebesuche – lassen sich für uns nicht vermeiden. Trotzdem versuchen wir, solche Reisen zu reduzieren oder, wenn möglich, einen längeren Aufenthalt vor Ort einzuplanen und die jeweilige Stadt im Anschluss an die Veranstaltung zu erkunden. Auch privat können (und wollen) wir nicht vollständig aufs Fliegen verzichten, denn dafür lieben wir das Reisen viel zu sehr. Allerdings achten wir immer mehr darauf, dass wir Flüge nur dann antreten, wenn wir eine verhältnismäßig lange Zeit (zwei bis drei Wochen) in dem jeweiligen Land verweilen und tätigen dann für jeden Flug eine Ausgleichszahlung über Atmosfair.

Nicht auf NULL zu kommen, heißt nicht, NULL dafür zu tun.

Was wir am Ende des Beitrags mitnehmen: Niemand ist perfekt und es ist auch gar nicht unser Anspruch, andere Menschen zu einem bewussteren Umgang mit der Umwelt zu überreden. Auch wir können nicht vollständig auf das Flugzeug als Transportmittel verzichten, denn dafür reisen wir viel zu gern in fremde Länder. Aber wir versuchen unseren Beitrag zum Umweltschutz in kleinen Schritten zu leisten – und genau darauf kommt es an.

1 https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/verkehr/traumvomfliegen.pdf

2 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/reisen-fliegende-konsumenten-1.3996006

3 https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Treibhausgas#alphabar

Weitere Impulse zu Lifestyle

Fact Friday: Fridays For Future

Klimaschutzaktivisten oder Trendbewegung? Am 20. August 2018 ging Greta Thunberg zum ersten Mal nicht in die Schule. Stattdessen saß die Schwedin drei Wochen lang täglich während der Unterrichtszeit vor dem Reichtagsgebäude in Stockholm. In der Hand hielt...

Friseurhandwerk im richtigen Licht

Unsere Designleuchten im ORGÆNIC Salon Dresden Wenn es um den ORGÆNIC Salon Dresden geht, wäre die Bezeichnung »einfacher« Friseursalon schlicht und ergreifend eine Untertreibung. Wer schon einmal einen Blick in den Salon in der QF Passage am Dresdner...

Fact Friday: Warum der Mai ein Wonnemonat ist

Der Tanz in den Mai April, April, der weiß oft nicht, was er will. Umso höher ist daher die Freude, den launischen Zügen des Aprils, die sich uns häufig in Form von ständigen Wetterumschwüngen und Dauerregen offenbaren, Adiéu zu sagen. Das Vergnügen...

Newsletteranmeldung

Pin It on Pinterest

Share This

Pin It on Pinterest