In Kinder- und Jugendtagen gehörte die Sonnencreme – ähnlich wie grünes Gemüse oder die Mathehausaufgaben – zu den weniger geliebten Dingen unseres Daseins. Das lag einerseits am seltsamen Geruch, andererseits an der klebrigen Konsistenz. Einmal in den Sand gesetzt, durfte man den Rest des Tages damit verbringen, die hängengebliebenen Sandkörner vom Körper zu puhlen. Von dem weißen Schmierfilm auf der Haut ganz zu schweigen. Heute sehen wir das anders, denn mittlerweile wissen wir sehr wohl um die Bedeutung eines guten Sonnenschutzes für die Gesundheit unserer Haut. Und da wir glauben, dass ein kleiner Auffrischungskurs über die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors niemandem schadet, kommt hier eine kurze Zusammenfassung zum Stichwort LSF:

Was ist der Lichtschutzfaktor eigentlich und warum ist er so wichtig? 

Der Begriff Lichtschutzfaktor (LSF, englisch: Sun Protection Factor, SPF) wurde 1956 eingeführt, um zu beschreiben, “wieviel länger man sich bei Verwendung des entsprechenden Produktes in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen”1. Auch wenn das gern angenommen wird, fängt Sonnenschutz nicht erst im Sommerurlaub an. Sicher ist die Sonne am Mittelmeer oder in den Bergen intensiver als am Baggersee im Sauerland, aber auch wenn wir morgens ins Büro laufen, in der Mittagspause draußen essen oder uns am Nachmittag auf einen Kaffee verabreden – wenn auch nur kurz, sind wir der Sonne unbewusst ausgesetzt. Da die Ozonschicht mittlerweile so dünn wie noch nie ist2, können die Sonnenstrahlen noch stärker zu uns durch und damit auch in unsere Haut dringen. Wer hier also über Jahre hinweg nachlässig ist, kann später mit erheblichen Folgen zu kämpfen haben – wie die vorzeitige Hautalterung, Falten, eine ungleichmäßige Hautfarbe, Verfärbungen oder Pigmentflecken und vor allem Hautkrebs.

Wo liegt der Unterschied zwischen UV-A und UV-B Strahlen? 

Der Lichtschutzfaktor beschreibt nur die Schutzwirkung von Sonnencreme gegen UV-B Strahlung. Allerdings ist die UV-A Strahlung mindestens genauso schädlich für die menschliche Haut. Während UV-B Strahlen auf der Oberfläche der Haut landen, schädigen UV-A Strahlen die Hautzellen auf tieferer Ebene. Anders als bei Schäden durch UV-B Strahlen, die u.a. für den Sonnenbrand auf der Haut verantwortlich sind, dauert es meist eine Weile bis durch UV-A Strahlung geschädigte Zellen sichtbar werden. Deshalb tauchen langfristige Sonnenschäden der Haut auch erst viel später im Leben auf1.

Je höher der Lichtschutzfaktor, desto besser? 

Wie lange sich die Haut selbst schützen kann, unterscheidet sich je nach Hauttyp, bewegt sich aber in der Regel zwischen zehn (bei sehr hellen Hauttypen) und 30 Minuten (bei mediterranen Hauttypen).3 Nach der Formel Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor = die mögliche Zeit sich pro Tag ohne Sonnenbrand in der Sonne aufzuhalten, dürfte sich ein Mischtyp mit 20 Minuten Eigenschutzzeit und einer Sonnencreme mit LSF 20 also 400 Minuten (knapp sechs Stunden) in der Sonne aufhalten. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass genau so viel Creme wie beim Versuch im Labor aufgetragen wird, das heißt in etwa 2 Milligramm pro Quadratzentimeter. Da die meisten unter uns aber zu sparsam sind, verringert sich sie Schutzwirkung um 30 bis 50 Prozent. Beim Sonnenschutz darf also ausnahmsweise dick aufgetragen werden. In Zahlen bedeutet das, einen Teelöffel Creme fürs Gesicht und zwei Esslöffel für den Körper. 4 Und welcher Lichtschutzfaktor ist nun der Richtige? In Europa sollten wir einen LSF zwischen 20 und 30 wählen, denn der hält über 95 Prozent der Strahlung ab. Ein niedriger Lichtschutzfaktor ist nur für bereits gebräunte Haut geeignet. Aber auch hier gilt wieder: Sicher ist sicher, also lieber etwas mehr Lichtschutzfaktor nehmen, als es später zu bereuen.

1 https://www.lichtschutzfaktor.de

2 https://www.sueddeutsche.de/wissen/atmosphaere-die-ozonschicht-ist-so-duenn-wie-noch-nie-1.3856013

3 https://www.zurrose.de/fuer-mich/die-sechs-hauttypen

4 https://www.brigitte.de/beauty/haut/sonnenschutz–die-14-groessten-irrtuemer-10132560.html

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