Richtig Pause machen

 

Pause machen kann so einfach sein. Glauben wir den Inhalten diverser Werbespots oder Lifestyle-Magazine, reicht ein Tasse Tee, um Körper und Geist so richtig zu entspannen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Zu hoch liegt der Stresspegel, zu viele Termine drängen sich dicht aneinander, zu groß sind die Erwartungen, denen wir glauben, gerecht werden zu müssen. Entgegen des gesellschaftlichen Anspruches ist die Konzentrationsfähigkeit des Menschen nicht auf eine Dauerbeanspruchung ausgelegt, der Körper ermüdet nach einer gewissen Zeit. Aber wann ist der Zeitpunkt für eine Unterbrechung gekommen? Und wie machen wir richtig und effektiv Pause?

Anti-Pause: Das Leben in einer Leistungsgesellschaft

 

Wir leben mehr denn je in einer Leistungsgesellschaft, die Ruhephasen gar nicht oder nur geringfügig duldet. Von Achtsamkeit und Selbstverwirklichung kaum eine Spur. Besonders auf beruflicher Ebene scheinen sich uns die Erwartungen, denen wir als Teil einer erfolgs- und leistungsorientierten Gesellschaft ausgesetzt sind, zu offenbaren: Pausen werden dort zunehmend als etwas Negatives bewertet und mit Faulheit oder gar Schwäche assoziiert. Wer aber auf Pausen verzichtet, zeigt Arbeitseinsatz, Durchhaltevermögen, Leistungswillen – oder anders gesagt: Wer nächtelang durcharbeitet, hat am Ende auch die besten Chancen für eine Beförderung. Nach einer Studie der Bundesanstalt und Bundesschutz für Arbeitsmedizin lassen knapp ein Viertel der deutschen Erwerbstätigen hin und wieder ihre Pause ausfallen. Als Grund für die Überstunden gab ein Drittel der Befragten ein zu hohes Arbeitspensum an.

❞ Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.

John Steinbeck

Ein wiederholtes Durcharbeiten ist jedoch weder produktiv noch auf Dauer gesund: Das menschliche Gehirn ist nicht darauf ausgelegt, dauerhaft beansprucht zu werden. Die Augen werden schwer, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, es entstehen Fehler. Ärzte empfehlen daher etwa alle 60 bis 90 Minuten eine kleine Unterbrechung von wenigen Minuten, um Körper und Geist eine Pause zu gewähren. Der Rat gilt besonders für alle, die den Großteil ihres Arbeitstages vor dem Rechner verbringen.

Warum sind Pausen so wichtig?

 

Schon bei den ersten Anzeichen einer Ermüdung wird der Atem flacher, der Puls beschleunigt sich und die Konzentration lässt nach. Trotzdem kann das subjektive Müdigkeitsempfinden trügen: Gerade wer hoch motiviert an einer Aufgabe arbeitet, hat oft noch kein Bedürfnis nach einer Pause, obwohl der Körper bereits überanstrengt ist. Viele Menschen nehmen ihre Erschöpfung daher erst wahr, wenn der richtige Zeitpunkt für eine Pause längst überschritten ist. Dabei nimmt die Ermüdung umso schneller zu, je länger man weiterarbeitet – der Beginn einer Abwärtsspirale. Eine kurze Pause hilft nicht nur einen klaren Kopf zu behalten, sondern sorgt für neue Energie und Motivation, um die anstehenden Aufgaben erfolgreich zu lösen und auch am nächsten Tag noch leistungsfähig zu sein.

6 Vorteile von Pausen

 

  • das Vermeiden und Reduzieren von Stress
  • das Steigern der Konzentrationsfähigkeit
  • das Ankurbeln der Produktivität
  • das Senken der Fehlerquote
  • mehr Gelassenheit und Spaß bei der Arbeit
  • mehr Motivation und Energie

Pausen effektiv nutzen

 

Neben dem richtigen Zeitpunkt beeinflusst auch die Intensität und Dauer der Pause den Erholungseffekt für den Körper. Lange Pausen sind dabei in der Regel nicht so effektiv wie mehrere kurze Unterbrechungen – vorausgesetzt, die Unterbrechung wurde selbst veranlasst. Wer Pausen erzwingt, fühlt sich oft nur noch mehr gestresst und verärgert. Die erholsame Wirkung ist in der ersten Minute der Auszeit am größten, sie sollte also sinnvoll genutzt werden. Meist reicht es schon aus, kurz aufzustehen, sich zu strecken, das Fenster zu öffnen und tief durchatmen. Auch der Gang zur Kaffeemaschine oder ein kurzer Smalltalk mit den Kollegen bringt ein wenig Abwechslung für Körper und Geist und wirkt sich dazu positiv auf das Wohlbefinden – und das Betriebsklima – aus. Auch ein Telefonat oder das Abarbeiten der Ablage kann den gewohnten Arbeitsprozess unterbrechen und für die nötige Abwechslung sorgen. Damit müssen Pausen also nicht immer mit Nichtstun gleichgesetzt werden – zur Freude der Leistungsgesellschaft.

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