© Lea May für Viva con Agua

Für eine Welt ohne Durst

 

Seit 2006 engagiert sich Viva con Agua für sauberes Trinkwasser und bessere Hygienebedingungen auf der Welt. Bekannt wurde die Hamburger Wasserinitiative vor allen Dingen durch ihre unkonventionellen und kreativen Projekte. Ob die alljährliche „Millerntor Gallery“ im Stadion des FC St. Pauli, das Basketballturnier „Viva con Agua Allstars“ oder das Social Business „Goldeimer“, das sich für die sanitäre Grundversorgung einsetzt – Viva con Agua sucht und findet neue Wege, um soziales Engagement voranzutreiben. 

Acht Fragen an Arne Vogler von Viva con Agua Arts

 

Mittlerweile besteht die NGO* aus 50 festangestellten Mitarbeiter*innen, über 11.000 ehrenamtlichen Supporter*innen in Deutschland, drei Social Businesses und verschiedenen Vereinen in Spanien, Uganda, den Niederlanden, in Österreich oder der Schweiz. Im letzten Jahr konnten insgesamt drei Millionen Spenden generiert werden. Wir haben Arne Vogler, Geschäftsführer von Viva con Agua Arts, in seiner Heimat St. Pauli zum Interview getroffen und mit ihm über die Vision von Viva con Agua, seinen Arbeitsalltag und die Frage, warum soziales Engagement in erster Linie Spaß machen sollte, gesprochen.

❞ Soziales Enga­ge­ment ist nach­hal­tiger, wenn es aus einer posi­tiven Stim­mung heraus passiert. ❝

— Arne Vogler, Viva con Agua Arts

Acht Fragen an Arne Vogler von Viva con Agua Arts

 

Mittlerweile besteht die NGO* aus 50 festangestellten Mitarbeiter*innen, über 11.000 ehrenamtlichen Supporter*innen in Deutschland, drei Social Businesses und verschiedenen Vereinen in Spanien, Uganda, den Niederlanden, in Österreich oder der Schweiz. Im letzten Jahr konnten insgesamt drei Millionen Spenden generiert werden. Wir haben Arne Vogler, Geschäftsführer von Viva con Agua Arts, in seiner Heimat St. Pauli zum Interview getroffen und mit ihm über die Vision von Viva con Agua, seinen Arbeitsalltag und die Frage, warum soziales Engagement in erster Linie Spaß machen sollte, gesprochen.

Weltweit sauberes Trinkwasser – Dafür engagiert ihr euch bei Viva con Agua seit 2006. Wie lässt sich die soziale Arbeit von Viva con Agua am besten beschreiben?

 

Der Fokus bei Viva con Agua liegt v.a. auf der Verbindung. Wir wollen viele Menschen zusammenbringen, die sich gemeinsam der Vision ‚Alle für Wasser, Wasser für alle‘ widmen, dabei aber auch das machen können, was sie lieben: Auf Festivals gehen, gemeinsam feiern, sich künstlerisch ausleben. Soziales Engagement ist nachhaltiger, wenn es aus einer positiven Stimmung heraus passiert. Bei Viva con Agua gestalten wir die Unterstützung daher möglichst niedrigschwellig; das heißt, jeder der sich beteiligen will, kann das auch mit einem geringen Beitrag tun. Hauptsache, er oder sie ist mit Freude dabei.

 

 

In welchen Ländern seid ihr mit Viva con Agua aktiv?

 

Aktuell sind wir in Ost- und Südafrika – in Kenia, Mosambik, Uganda und in Simbabwe – aktiv; aber auch in Äthiopien als eines der ersten Projektgebiete, dazu in Indien und in Nepal. Außerdem bauen wir gerade Viva con Agua in Nordamerika auf. Was viele nicht wissen: Wir bauen keine Brunnen selbst, das übernehmen Organisationen und Expert*innen vor Ort. Unsere Kompetenz liegt in der Sensibilisierungsarbeit in Deutschland und in den Projektgebieten. In den meisten Regionen, die mit Trinkwasserproblemen kämpfen, sind auch die Sanitäranlagen schlecht. Das bedeutet, wir setzen uns auch für Wasserzugänge, neue Sanitäranlagen und das Bewusstsein für Hygiene ein.

 

 

Ihr bezeichnet euch selbst als All-Profit-Organisation. Was ist der Unterschied zwischen All-Profit und Non-Profit?

 

Der Begriff Non-Profit suggeriert immer, dass die Organisation und/oder beteiligte Partner*innen aus einer guten Sache keinen Mehrwert ziehen. Wenn wir aber viele Parteien zusammenbringen und Unternehmen, Privatpersonen oder Künstler*innen dazu animieren wollen, uns zu unterstützen, dann ist das in unseren Augen der falsche Ansatz. Für uns liegt der Profit am Ende des Tages bestenfalls darin, Spenden für unsere Projekte generiert oder zumindest Sensibilisierungsarbeit geleistet zu haben. Wir wollen aber nicht nur für uns, sondern auch für alle Beteiligten einen Mehrwert schaffen – deshalb All-Profit.

Viva con Agua-Mitbegründer Michael Fritz in Äthiopien / © Stefan Groenveld für Viva con Agua

Du bist u.a. für die Strategie von Viva con Agua Arts zuständig und kümmerst dich dort z.B. um die Millerntor Gallery. Wie bist du zu Viva con Agua gekommen?

 

Ja das stimmt, mittlerweile bin ich seit zweieinhalb Jahren Geschäftsführer bei Viva con Agua Arts. Kennengelernt habe ich die Initiative vor über zehn Jahren in Kenia, als ich zur selben Zeit für ein soziales Projekt dort war. Der anschließend zwar lose, aber doch sehr regelmäßige Austausch mit Michael Fritz (Mitgründer von Viva con Agua, Anm. der Red.) führte mich hier her. Ich wollte einfach weniger Betriebsrente, dafür aber umso mehr Sinn und Engagement in meinem Daily Business.

 

 

Ihr seid eine junge und innovative Organisation, die immer wieder mit neuen Kampagnen und Ideen für Schlagzeilen sorgt. Hast du trotzdem einen typischen Arbeitsalltag?

 

Bei Viva con Agua Arts haben wir den besonderen Auftrag, unsere Botschaft über Kunst- und Kulturveranstaltungen zu transportieren. Dafür arbeiten wir mit einem großen Netzwerk aus ehrenamtlichen Unterstützer*innen, Künstler*innen und Kreativen zusammen, die unseren Arbeitsalltag unheimlich beeinflussen. Das macht es einerseits zwar etwas herausfordernd, andererseits aber auch wahnsinnig abwechslungsreich und interessant, weil man sich tagesaktuell mit immer wieder neuen Themen auseinandersetzen muss.

 

 

Welche Rolle spielt der Standort St. Pauli für Viva con Agua?

 

Die Idee, internationale Trinkwasserprojekte zu unterstützen, kam vor 15 Jahren von Benjamin Adrion, der damals beim FC St. Pauli als Fußballprofi aktiv war. Nachdem Benny im Trainingslager auf Kuba erstmal mit der Wasserproblematik in Berührung kam, baute er Viva con Agua in Zusammenarbeit mit dem Vereinsnetzwerk auf. Der Verein ist damit also nicht nur Teil der Vision, sondern auch die Basis von Viva con Agua. St. Pauli repräsentiert all das, was uns Energie gibt: Vielfalt, Toleranz, Weltoffenheit, eine gewisse Sensibilisierung für gesamtgesellschaftliche Themen und ein familiäres Umfeld.

❞ Unser Ziel ist es, viele Menschen zu erreichen. Vielleicht sogar alle. ❝

— Arne Vogler, Viva con Agua Arts

Die Millerntor Gallery findet 2020 bereits das zehnte Mal statt. / © Viva con Agua Arts

Die Millerntor Gallery oder das jährliche Baskettballturnier der Viva con Agua Allstars – Viva con Agua ist für kreative und vor allen Dingen ungewöhnliche Aktionen bekannt. Wie entstehen solche Ideen?

 

Unser Ziel ist es, viele Menschen zu erreichen. Vielleicht sogar alle. Und dafür können wir Flyer in 47 Sprachen drucken oder wir können uns an universellen Sprachen bedienen – an der Sprache der Kunst, der Musik und des Sports. Gerade bei der Kunst braucht es keine langen Texte; es reicht schon die Aktion innerhalb der Sprache, um die Botschaft zu transportieren und Menschen dafür zu öffnen, gemeinsam etwas Gutes zu tun.

 

 

Immer mehr Menschen wollen sich heute sozial engagieren, wissen allerdings nicht genau wie. Was würdest du ihnen raten?

 

Ich glaube, um Leute dazu zu animieren, Gutes zu tun, ist es wichtig, ihnen selbst die Entscheidung zu überlassen, auf welche Art sie Gutes tun wollen. Grundsätzlich ist der wichtigste Schritt aber, überhaupt anzufangen. Ob du dann für das Rote Kreuz Blut spendest, für WWF auf der Straße demonstrierst oder bei uns Klopapier kaufst, ist am Ende des Tages egal. Du solltest dir in erster Linie darüber bewusst sein, dass du deine Zeit und dein Privileg nutzen willst, um etwas zu verändern und dir aus dem Antrieb heraus eine Organisation oder Aktivität suchen, in die du gern investierst.   

 

 

Vielen Dank für das tolle Gespräch, Arne!

* Eine Nichtregierungsorganisation (englisch: Non-governmental organizationNGO) ist ein nicht staatlicher Interessenverband, der in unterschiedlichen Politikbereichen tätig ist. (Quelle: Duden)

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