The Great Gatsby (2015) / Quelle: Pinterest

10 eindrucksvolle Filmsets, die Interior Fans kennen sollten 

 

Die Extravaganz der Goldenen Zwanziger in „The Great Gatsby“ oder die verspielte Leichtigkeit von „Die fabelhafte Welt der Amelie“: Das Filmset trägt die dramaturgische Entwicklung eines Films ebenso wie seine Charaktere. Wir zeigen die inspirierendsten Filmschauplätze der vergangenen Jahrzehnte.

Von minimalistischer Eleganz zu farbenfroher Opulenz

Betrachten wir etwa Holly Golightlys unkonventionelles Upper East Side Apartment in „Breakfast at Tiffany’s“ (1961), scheinen wir auch unmittelbar einen Einblick in die Persönlichkeit der Protagonistin zu erhalten – jung, gut gekleidet, lebensfroh und trotz ihrer zarten 19 Jahre ein wenig weltklug. Nach dem Motto “Weniger ist mehr” gibt es am Set des Filmklassikers keine extravaganten Möbel; der Blick des Betrachters wird bewusst auf die wenigen Einrichtungsgegenstände des Apartments gelenkt. Anders bei Kult-Regisseur Wes Anderson: Die farbenfrohen Filmwelten laden den Zuschauer ein, in eine neue Welt einzutauchen. Die dekadente Residenz von „Die Royal Tenenbaum’s“ (2001) oder die verschiedenen Gelbtöne des „Hotel Chevalier“ (2013) sind Ausdruck von Andersons wunderbar kitschiger Ästhetik. Der Instagram-Account @accidentallywesanderson zeigt Gebäude, die sich – wenn auch versehentlich – in die Liste von Andersons eindrucksvollen Filmschauplätzen einreihen könnten und inspiriert damit täglich über 900 Tsd. Interior Fans.

„Call Me by Your Name“ (2017) / Quelle: Le Spaces

❞ Das Haus eines Protagonisten ist immer auch Teil der Story; um seine Persönlichkeit widerzuspiegeln und seine Geschichte zu entwickeln. ❝

Die Filmsets von Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Nancy Meyers vermitteln hingegen eine herrlich angenehme Normalität. Nach der mediterranen Leichtigkeit von Diane Keatons Strandhaus in „Was das Herz begehrt“ (2003) oder der verspielten Romantik des britischen Filmsets in „Liebe braucht keine Ferien“ (2006) mit Cameron Diaz und Kate Winslet ist der Schauplatz von Meyers’ neuester Filmkreation “Man lernt nie aus” (2015) ein Reihenhaus im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Die Küche von Anne Hathaway alias Jules ist mit den offenen Regalen, dem verschnörkelten Kamin und der grau-weißen Farbgestaltung wahrscheinlich das Highlight des Filmsets. Aber auch der Rest des Hauses zeugt von Meyers’ Stilgefühl: ein Mix aus modernen Elementen und liebevoll aufgearbeiteten Vintage-Stücken. Bei der Gestaltung ihrer Filmsets achtet die Regisseurin darauf, dass die Räume die Persönlichkeiten der Figuren widerspiegeln. Durch die Wahl von Einrichtung, Farben und Stilen wird ein Einklang zwischen Set und Figur geschaffen, der den Film erst authentisch wirken lässt.

Galerie: 10 Filmsets, die Interior Design Fans zum Schwärmen bringen

Eines der neueren Werke, die die Herzen von Interior Fans höher schlagen lässt, ist die zeitlos raffinierte Coming-of-Age-Romanze “Call Me by Your Name” (2017), deren Geschichte in einem italienischen Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert spielt. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von 2007 ist ein persönlicher Liebesbrief des italienischen Filmemachers Luca Guadagnino an seine Heimat. Der Film lebt jedoch nicht nur von der Idylle der lombardischen Landschaft, in der sich die Villa Albergoni befindet, sondern wird vor allem vom leicht abgenutzten Charme des Gebäudes getragen. Innerhalb eines Monats wurde das Haus von der Landschaftsgestaltung bis zu den Innenräumen von Grund auf erneuert und für die Dreharbeiten vorbereitet. So entstand eine besondere Mischung aus mitgebrachten und gemieteten Möbelstücken, alte Globen, Karten und Gravuren – ergänzt durch asiatische Artefakte, die den Räumen eine weltoffene Atmosphäre verleihen und die Filmfamilie als Weltenbummler und Sammler inszenieren. Damit vermittelt Luca das Gefühl eines Familienhauses, das von seinen Besitzern wirklich geliebt und gelebt wurde.

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