Teil 1

Designleuchten aus aller Welt

Keine Frage, Leuchten – besonders Designleuchten – gibt es wie Sand am Meer. Trotzdem entdecken wir immer wieder Hersteller, ob Traditionshaus oder junge Künstler, die sich durch ihre einzigartigen Entwürfe gekonnt von der Masse abheben. Entdecken Sie im ersten Teil unserer Serie die besonderen, ausgefallenen und verrückten Ideen hinter den heutigen Designklassikern, die Generationen geprägt haben und bis heute in den größten Ausstellungen der Welt zu finden sind.

Unsere liebsten Klassiker

Italien

Atollo Tischleuchte von Oluce

Die edle Tischleuchte ‘Atollo’ verdanken wir dem Designer Vico Magistretti, den der italienische Hersteller Oluce 1977 zu dem Entwurf beauftragt hatte. Schon in den 70ern galt die Leuchte als internationaler Klassiker, was nicht zuletzt an der pilzähnlichen, zugegebenermaßen etwas sonderbaren, Form liegen könnte. Es folgten zahlreiche Designpreise und Museen, die das Modell bis heute in dauerhaften Ausstellungen auf der ganzen Welt präsentieren. Die Leuchte strahlt je Produktvariante und Material indirektes, nach unten gerichtetes oder direktes diffuses Licht aus. Besonders das, aus opal geblasenem Murano Glas gefertigte Modell hat es uns angetan: Tagsüber erinnert die Apollo Tischleuchte so eher an kleine weiße Glasskulpturen als an eine Lampe.

© Oluce

Schweden

Gräshoppa von Greta Grossman

Dass die Schweden ein gutes Händchen für Design besitzen, ist längst kein Geheimnis mehr. So scheint es wohl auch kein Wunder zu sein, dass die “Gräshoppa”-Leuchte der Stockholmer Designerin Greta Magnusson Grossman als eine der einprägsamsten Leuchten aller Zeiten gilt – und das, obwohl der Entwurf der Stehleuchte kaum minimalistischer sein könnte. Das Besondere an der Leuchte: Da Greta Grossmann in den 40er Jahren mit ihrem Mann in die USA übergesiedelt war, vereint das Design der Leuchte die natürliche Eleganz der skandinavischen Moderne mit dem lässigen Minimalismus des kalifornischen Mid-Century-Designs. Die langen Beine und der Tütenschirm der skulpturalen Schönheit führen so die beiden wichtigsten Designströmungen ihrer Zeit in einem Entwurf zusammen und lassen uns unmittelbar in das Flair der 50er-Jahre eintauchen – markant, zeitlos und zeichenhaft.

© GUBI

USA

Warren Leuchte von Menu

Die Wandleuchte Warren stammt aus der Tribeca-Serie des Søren Rose Studio, die durch die Architektur und den New Yorker Glamour der 30er Jahre inspiriert wurde. Auf seiner Reise durch die USA suchte Rose nach klassischen Leuchten und wie sie sich in die Neuzeit übersetzen lassen konnten. Er kombinierte Einzelteile neu und verlieh ihnen einen zeitgenössischen, schwungvollen Ausdruck. So entstand eine Serie, die nicht nur den Namen des angesagten ehemaligen New Yorker Industriebezirks trägt, sondern auch dessen Mischung aus Glamour und Industrie-Chic in das 21. Jahrhundert wiederspiegelt.

© Menu

Deutschland 

Bauhaus Leuchte von Wagenfeld

Die Weimarer Bauhaus-Leuchte verspricht genauso viel Maß und Formgefühl wie elegante Schlichtheit. Damit gilt der Entwurf der Produktdesigner Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker, der zur Zeit des Weimarer Bauhaus entstand, bis heute als Ikone des modernen Industriedesigns. Der charakteristische Schirm aus Opalglas in der Form einer ⅝-Kugel, einem zylindrischen Schaft und einer runden Bodenplatte entspricht dem Gestaltungsleitsatz ‘Form folgt Funktion’ und sorgt dafür schon seit Ende der 1980er Jahre für geschiedene Geister. Warum uns der ausgefallene Entwurf trotzdem fasziniert? Die Wagenfeld-Leuchte vereint höchste Simplizität mit ökonomischer Effizienz.

© 100 Jahre Bauhaus

Dänemark

PH 4/3 von Louis Poulsen

Wenn von zeitlosen Klassikern des skandinavischen Design die Rede ist, darf der Name Louis Poulsen keinesfalls fehlen. Der Entwurf für einen stilistischen Vorgänger der ikonischen Pendelleuchte entstand schon 1925 aus einer Zusammenarbeit des legendären Architekten und Designer Poul Henningsen mit dem dänischen Hersteller Louis Poulsen. Während Henningsens Beleuchtung heute eher als klassisch gesehen wird, galt der Designer damals als unkonventioneller Denker mit einer rebellischen Ader. Statt den Status quo zu akzeptieren, war er stets geneigt, mit der Tradition zu brechen. Das reflektierende Dreischirmsystem der PH 4/3 entwickelte sich so schnell zu einem Markenzeichen für Henningsens Verständnis von Design. Die Leuchte brachte dem dänischen Traditionshaus Louis Poulsen die höchste Auszeichnung auf der Weltausstellung in Barcelona ein.

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