Paris – London – New York City. Die Metropolen weltweit wachsen – und zwar rasant. Während in den 1950er Jahren nur jeder Dritte in städtischen Gebieten lebte, zieht es nach aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen jeden Zweiten in die Stadt. 1 Bis 2050 werden sich Prognosen zufolge mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung für ein Leben in der Stadt entscheiden. 2 Die Stadt als Lebensraum der Zukunft. Aber was genau bedeutet das überhaupt?

Wie die Urbanisierung die Stadt als Lebensraum verändert

Die zunehmende Urbanisierung, also die Abwanderung der Bevölkerung in Ballungsgebiete, verändert unsere Art zu Wohnen, unsere Arbeit und das Zusammenleben mit anderen Menschen. Doch wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Und wie wird eine Stadt für ihre Bewohner lebenswert? Durch eine funktionierende Infrastruktur? Durch bezahlbaren Wohnraum? Saubere Luft und viele Grünflächen? Ein vielfältiges Bildungsangebot? Genügend Arbeitsplätze? Oder ist schnelles Internet der Schlüssel zum Erfolg? Ohne Frage, das alles sind Faktoren, die unsere Lebensqualität fundamental beeinflussen. Faktoren, die ausschlaggebend für die politische, ökonomische und soziale Stabilität einer Stadt sind. Neben neuen Mobilitätskonzepten, einem ökonomischen Umdenken und nachhaltigen Technologien verlangt es für ein funktionierendes Miteinander vor allem drei Bausteine: Nähe. Nachbarschaft. Soziale Kontakte. Denn was wir am meisten fürchten sind gesichtslose Metropolen. Das Problem der Urbanisierung: Das rasante Wachstum der Stadtbevölkerung fördert nicht nur infrastrukturelle Herausforderungen und eine Verknappung des Wohnraumes. Es führt gleichzeitig zu einer zunehmenden Anonymität innerhalb der Städte, die letztlich dazu führt, dass wir uns trotz Menschenmassen einsam fühlen. Einsam inmitten von Millionen von Einwohnern. Damit die Stadt also auch weiterhin einen lebenswerten Wohnraum darstellt, benötigt es innovative Konzepte, die das Zusammenleben und die Kommunikation aller Bewohner – ungeachtet des sozialen Milieus – ermöglichen und fördern. Dazu gehören sowohl anspruchsvolle, als auch simple Technologien, die dafür sorgen, dass die kumulierte Kreativität der Menschen für eine Stadt nutzbar wird. Wir haben drei spannende Beispiele zusammengetragen, die zeigen, wie die technologische Stadtentwicklung der Zukunft aussehen kann:

Gehwege, die Schritte in Energie umwandeln

Städte sollten für Menschen und nicht für Maschinen gestaltet werden. Unter dem Leitsatz liefert das Clean-Tech-Start-up PaveGen eine kreative Lösung, um aktiv an der Stadt von morgen mitzuwirken. In London präsentierte das Unternehmen kürzlich einen zehn Quadratmeter großen „smarten Gehweg”. Das Prinzip: Der Gehweg besteht aus intelligenten Platten, die jeden Schritt in Energie umwandeln. Ein versteckter Generator unter der Oberfläche wird durch das Gewicht der Passanten angetrieben und erzeugt dann durch elektromagnetische Induktion Strom, der sich zum Beispiel in die Straßenbeleuchtung einspeisen lässt. Über eine dazugehörige App werden die Daten aufbereitet und alle getätigten Schritte in eine digitale Währung übersetzt, die anschließend als Rabatte in lokalen Geschäften eingelöst werden kann. Sozusagen Städte mit Belohnung erkunden.

© Pavegen

❞ Our vision is to create a better world through the power of footsteps. By involving people in the direct generation of energy we can make a difference to reducing the effects of climate change. 

– Pavegen 

Weltweit erster Bio-Tech-Filter zur nachweisbaren Verbesserung der Luftqualität

 

Die perfekte Mischung aus Grünpflanzen und Internet of Things-Technologien bietet das Konzept von Green City Solutions. Das Berliner Start-Up nutzt spezielle Mooskulturen, welche Schadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide aus der Luft filtern und die Luft damit natürlich reinigen. Da in Städten mit hoher Schadstoffbelastung meist nur wenig Wasser und Schatten zur Verfügung steht, überleben die seltenen Moose kaum auf natürliche Weise. Die Lösung von Green City Solutions: Eine vollautomatisierte Wasser- und Nährstoffversorgung sorgt dafür, dass die Pflanzen auch langfristig als natürliche Luftreiniger agieren können. Die City Trees gibt es mittlerweile in vielen großen Städten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland – darunter auch in Dresden. 

❞ Die Vision von Green City Solutions ist eine Welt, in der Menschen in Städten gesünder leben können. 

 – Green City Solutions

Grüne Indoor-Parks gegen den Winterblues

Was, wenn es draußen regnet und stürmt, wir eine grüne Parkanlage aber einer überfüllten Shoppingmall oder einem Café vorziehen? Stockholm macht es vor: Das Team von Utopia Arkitekter entwarf den S:t Erik’s Indoor-Park –  eine überdachte und beheizte Grünanlage inmitten der schwedischen Hauptstadt. Die sechs Kuppeln über dem Park bestehen aus bis zu 23 Meter hohen Holzstützen, die mit einer Glashaut bedeckt werden und so viel Tageslicht durch das Dach lassen. Die benötigte Wärme wird über die gefilterte Abluft eines benachbarten Parkhauses bezogen. „S:t Erik’s“ ist damit ein durchgehend grüner Treffpunkt, der sich dem skandinavischen Winterblues entgegensetzt. 

© Utopia Ideas

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